Freitag, 15. Dezember 2017

Weihnachtlicher Nachhall


Es hat mich am Wickel...
Sus scrofa canidae interior (oder so ähnlich, ich kann nicht wirklich Latein). Hört sich jedenfalls besser an als "Innerer Schweinehund".
Treibt vor allem in der Dunkelheit sein Unwesen. Also gerade jetzt.
Es erfordert jedenfalls richtig Willenskraft, den Sogkräften des Sofa, der wohligen Wärme des Heims zu entgehen und sich auf die Laufsohlen zu machen.
Aktive Motivationsarbeit ist dringlich notwendig. Erleichternd wirkt sich gerade im Dezember aus, dass es allüberall nette, bisweiligen lustige oder gar kitschige Dekorationen zu entdecken gibt.
Erst anfangs Advent erwähnte ich meinem Mann gegenüber mein Entzücken darüber, dass die Unart früherer Jahre, bunte blinkende Lichterketten oder Leuchtkörper in die Fenster zu drapieren, fast völlig verschwunden ist. Am gleichen Abend nahmen die Nachbarn direkt gegenüber ihre Installation in Betrieb: Eine bunte blinkende Lichterkette in blau-rot-grün.😖 Aber sonst ist sowas wirklich selten geworden.
Immerhin funktioniert Motivation im Advent für mich über das Entdecken liebevoller adventlicher Arrangements. So schaffe ich die Abspaltung vom Faulpelzphlegma jedenfalls schon zum zweiten Mal in dieser Woche.
Und schon nach rund 2 km bin ich "drin" im Laufrhythmus und die nasskalte Luft ist mir weitgehend egal.

Die Belohnung folgt bald. Mein Mann erzählte mir kürzlich von einer besonderen Dekoration im Nachbarort. Der läuferische Zufall bringt mich genau dorthin.
Da bekommt "Hauskrippe" eine neue Dimension...






Erfreulicherweise hält das Motiv still und es gelingt ein halbwegs verwacklungsfreies Bild.
Als ich mich ein wenig nähere, scheint ein Bewegungsmelder anzusprechen
und aktiviert ...
ein Glockenspiel!
Ach wie süüüß!
Da ich nicht auskühlen will, laufe ich dennoch weiter, noch ein Stück begleitet von den Klängen der wundervollen Weihnachtsweise.
Solchermaßen beglückt läuft es sich richtig locker-flockig weiter. Nach einer schönen Runde kann ich mich erfrischt und zufrieden den Anziehungskräften von Sofa und heimeligem Zuhause ergeben.😊

4°, 9,4 km, 58:44, 6:14 Min/km, HF 138

Sonntag, 10. Dezember 2017

Durch Frau Holles Matsch

Wie da so ist mit Plänen... Der Wetterbericht sagte ab Mittag leichte Schneefälle voraus, 8 mm Weiß sind angekündigt. Also plane ich recht zügig nach dem Frühstück auf die Piste zu gehen. Doch kaum stelle ich mir gedanklich die Laufkleidung zusammen (2-lagig? 3-lagig?) geht es draußen schon los.
Frau Holle schüttelt und schüttelt und schüttelt.
Ich glaube, da hat jemand mm und cm verwechselt...


Bald jedenfalls ist kräftiges Schneegestöber im Gange, der Garten wird mit weißer Pracht geschmückt.









Doch sieht man an den hängenden Zweigen, dass es sehr nasser Schnee ist.
Ich ringe mit mir, entscheide mich aber doch abzuwarten, ob die zweite Vorhersage stimmt, Schneefallende ca. 15 Uhr.
Das tritt ein, der Himmel reißt sogar auf und die Sonne beschert wunderbare Anblicke. Wie auf Knopfdruck stürmt alles nach draußen, Schneebälle werden geworfen, Schneemänner gebaut. Schneeschieber kratzen über die Gehwege.



Auch ich schiebe rasch den Gehsteig frei (Mein Mann ist schon zuvor los, er möchte läuferische Navigationstests für einen demnächst geplanten Trail durchführen) und dann nichts wie rein in Laufschuhe und -zubehör.
Vorbei an den lustigen Legehennen geht es ins Feld. Dabei gewinnt mein Lauf eine unfreiwillige Komponente: Aktiver Kniehub, um im Schnee voranzukommen. Zwar hätte ich nicht wenig Lust, endlich einmal meine Yaktrax einzuweihen, doch diese nasse Schneepampe scheint mir nicht die richtige Unterlage.

Eine weitere Ankündigung tritt auch noch ein: Der Südwestwind bringt wärmere Luft. Man spürt es deutlich und der Schnee beginnt zusammenzusinken.
Ich drehe eine Runde im Nachbarort, und dann noch eine große Schleife durch unseren Wohnort. Erfreulich viele Gehwege sind geräumt und laufen sich gut, doch bei vielen setzen die Bewohner wohl auf Tauwetter. Dort laufe ich durch matschigen Matsch, und jedesmal, wenn ich einen Fuß aufsetze, spritzt es nach links und rechts und gleich auf den anderen Schuh. Doch meine schon leicht betagten Goretextreter lassen mich auch bei so etwas nicht im Stich. Trotz Matsch auf der Schnürung bleiben die Füße weitgehend trocken.
Morgen früh wird wahrscheinlich kaum noch etwas übrig sein, als wäre nichts gewesen.

4°, 12,2 km, 1:22:32, 6,44 Min/km, HF 137

Samstag, 2. Dezember 2017

Am adventlichen Wegesrand

Nicht mir, sondern der Tag graut. Es ist eine wahre Parade in allen Grautönen, die sich heute präsentiert. Und dazu ist es so nasskalt, dass ich erstmals das Gesicht ordentlich mit Fettcreme einschmiere (hilft) und das Anziehen des läuferischen Lagenlooks ein wenig anmutet wie das Anlegen der Rüstung bei den früheren Rittern. Aber es nützt ja nichts, ich erfülle voll das Klischee der fröstelnden Dame.
Und weil das so ist, hatte ich mir letzten Winter ein paar schöne Läuferinnenmmaßhandschuhe aus wärmender Sockenwolle gestrickt. Die Premiere heute stellt mich zufrieden, atmungsaktiv und wärmend, so soll's sein.
Warm eingepackt trabe ich also durch eine ziemlich leere Landschaft. Außer Gassigängern verlässt heute kaum jemand das gemütliche Sofa.
A propos, ich werde doch wahrhaftig von 2 Chihuahuas gestellt. Die tollen erst miteinander, bis sie meine Beine entdecken. Flugs kommen sie angestürmt und umkreisen mich derart wild, dass ich schon deren Beißerchen in meiner Wade fühle, bleibe sicherheitshalber stehen. Von Weitem ertönt der Ruf "Kommt ihr wohl hierher!! Entschuldigung, sind aber nicht meine!" Jaja.

Also erfreulicherweise unversehrt geht es weiter am Erftufer, das heute stellenweise in Nebel getaucht wird.
Mein Ziel ist das noch verbliebene Bergheimer Stadttor, wo es eine neue Adventsattraktion geben wird.





Aha.
Von Weitem fällt schon etwas auf.
Das Zelt beherbergt aber keine Flüchtlinge und gibt auch keine Bühne für ein modernes Krippenspiel ab.








Nein, das Tor wird bis Weihnachten zur allabendlichen Projektionsfläche.
Man darf gespannt sein. Eine kleine Vorschau ist hier zu sehen:
http://www.regiotv.nrw/bergheim-leuchtet/, ab Minute 3:16.
Der kurze Ausschnitt zeigt schon sehr kreative Einfälle, ich werde es mir ansehen!
Hinter den Plakaten steht übrigens der Projektor. Im Zelt richtet sich gerade Gastronomie ein.



Im nächsten Ortsteil fällt mir eine ganz frisch errichtete Tafel in den Blick.
Der hier gewürdigte Herr ist vor allem in Köln eher bekannt durch eine Art Romeo-und-Julia-Sage aus der Zeit des 30-jährigen Kriegs, die Geschichte von Jan und Griet. So bekannt, dass es in Köln sogar ein Reiter-Korps seines Namens gibt. Dort kann man auch die Legende lesen:  http://janvonwerth.de/jan-griet/die-legende.
Jüngste Forschungen ergaben, dass der gute Jan einen Teil seiner Jugend in einem heutigen Bergheimer Ortsteil verbrachte, just den Teil, der in der Geschichte die erste Hälfte ausmacht. Da müssen die Kölner ihn sich eben nun teilen.
Wer hät et jewoß...
Wikipedia widmet ihm auch einen ausführlichen Beitrag: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_von_Werth
Dort ist übrigens zu erfahren, dass er obwohl er nie lesen und schreiben lernte, bis zum General aufstieg.

Ein Stück weiter eine unübersehbare Krippe vor einem Haus.
Es fällt auf, dass Jesus noch gar nicht in der Krippe liegt. Ich sah leere Krippen bisher nur in Frankreich. Ist ja aber eigentlich logisch, denn er wird ja erst in gut 3 Wochen geboren.
Dann wären aber die 3 Könige auch noch etwas vor der Zeit...

Ach ja, und ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk gab es auch noch: Mail aus Berlin, wir wurden ausgelost und dürfen auf zum 2. Marathon dort! 😄

1°, 17,7 km, 1:56:21, 6:34 Min/km, HF 130

Samstag, 25. November 2017

Es liegt was in der Luft

Nach 5 Jahren schaffe ich es endlich, einmal das Heimatmuseum in Bergheim, meinem Geburtsort (immerhin 8 km entfernt), zu besuchen. Es führt kein Weg dran vorbei, denn es gibt eine Sonderausstellung zum lokalen Sport. Interessant, was es früher alles so gab: Feldhandball, Radrennen mit Tandems, Kunstradfahren, Standweitsprung (war sogar bis 1912 olympisch). Zu sehen sind Original-Tanzkleider aus den 70'ern (ui, kein Wunder, dass die Damen immer so steif guckten, so kratzig wie der Stoff ist) und Sportschuhe und -ausrüstungen längst vergangener Zeiten.  Die eine oder andere olympische bzw. Meisterschaftsmedaille wanderte über die Jahrzehnte auch in die Stadt. Natürlich wird der aktuell bekannteste Sohn der Stadt ebenfalls gewürdigt, Lukas Podolski.
Bei soviel sportlichem Ambiente scharren schon gleich meine Füße!

Also ab nach Hause, Kleidungswechsel und los geht es über pfützige Feldwege. Am Horizont paffen sich die E-Werke wie immer eins.
Irgendwie hat mich der kleine Ausstellungsbesuch angestachelt. Ich laufe wie mir ist, und am Ende liegen 10 von 12 Laufkilometern unter 6:00 Min/km. Einfach so. Ich kann es mir gar nicht erklären und fühle mich sogar richtig gut dabei!

Quelle SCC-Heft "Impressionen"
Wieder heimgekommen, hat der Postbote den Briefkasten befüllt. Ein großer Umschlag aus Berlin...
Darin meine Finisherurkunde, ein Blatt mit meinen persönlichen Zwischenzeiten und ein Heft mit gaaaanz viel Impressionen des Marathons, den wir ja vor wenigen Wochen mitliefen. Das nenne ich mal eine Nette Aktion! Wenn dann noch weitere News aus Berlin kämen, mit den Startnummern für 2018 beispielsweise, wäre das die Krönung!
Wenn ich Montag früh beruflich in die Hauptstadt fliegen muss, werde ich sie gleich nochmals mit anderen Augen sehen und die Berliner Luft bewusster einatmen!
Quelle: SCC-Heft "Impressionen"
Wieder daheim, rasch umgezogen und die wichtigste Verrichtung des heutigen Tages in Angriff genommen: Stollen backen! Früher, jaaa, früüüüüher bekam ich die immer geschickt von den Verwandten rund um Dresden. Aber seit 1989 hat dieser Service merklich nachgelassen, um nicht zu sagen, er schlief glattweg ein. Also muss ich selber backen und so erfüllt gerade Stollenduft aus der Küche die Räume 😁, während draußen ein Hagelschauer aufs Dach prasselt.




5°, 12,2 km, 1:10:19, 5:43 Min/km, HF 143

Donnerstag, 23. November 2017

Dimensionen

Eiegntlich sollte es wieder ein Intervalltraining werden, kürzer, aber knackiger.
Doch Petrus entscheidet anders für mich. Es herrscht sehr kräftiger böiger Wind. Laufen fühlt sich an, wie gegen eine federnde Schaumstoffmatratze anzurennen. Mal gibt sie nach und ich kann ein wenig voran, mal bremst sie mich aus und ich komme kaum vom Fleck.
Also heißt es umdisponieren, auf einen Tempodauerlauf dann eben. Es geht entlang eines blühenden Rapsfeldes Ackersenffeldes. Bei 15° zwitschern sogar einige Vögel.


Von ferne grüßen unsere "Wetterfahnen". In der Mitte übrigens Nr. 2 und rechts außen  Nr. 3 der europäischen Rangliste im CO2-Ausstoß. Beide zusammen pusten pro Jahr rund 59,4 Mio Tonnen davon in den Himmel (LinkLinkLink). Ja, wenn man so nah dran wohnt, hat die Diskussion um Kohleausstieg ihre eigene Dimension.


Trotz des Windes läuft es gut und ich wähle den Rückweg so, dass ich auf dem letzten km noch eben Freilandhühnereier am Automaten holen kann.
Ich wähle die XL-Eierdimension und staune, wie schwer doch der Arm damit wird, wenn man noch einige 100 m laufen muss.
Zudem ist es auch konzentrationsverschärfend, denn ich möchte keinesfalls "verlorene" Eier produzieren.
Für einige Schulkinder auf dem Heimweg scheint das ein seltsamer Anblick: Da rennt eine Frau mit einem Eierkarton durchs Viertel. Sie schauen jedenfalls sehr neugierig.

15°, 9,6 km, 58:12, 6:04 Min/km, HF 139

Sonntag, 19. November 2017

Für Kuchen ...

Energie, ja die braucht es beim heutigen Lauf. Lang sollte es werden und dann kam auch noch Wind dazu. Aber der darf mich ab sofort garnienichtmehr ärgern, im Gegenteil, er sollte fester Trainingspartner werden, denn: Im März gehts nach Sylt und zur Staffelteilnahme am Syltlauf!😀 Und da oben an der manchmal rauhen Küste darf man vor Wind nicht bange sein, also!




Da hinten soll es heute hingehen, da, links am Bildrand, wo der Bagger über die Kante schaut. Mal gucken, was sich am Tagebaurand so tut.
Nachdem neulich parallel zum Klimagipfel in Bonn dort einige Aktionen der Aktivisten stattfanden, ist es nun wieder ruhig.


Seltenes Ereignis: Mein Mann leistet mir Gesellschaft und will sich meinem Gemütlichkeitstempo anpassen. Naja, umgekehrt würde eh' kein Schuh draus, 😉
So arbeiten wir uns also gemeinsam dem kräftigen Wind entgegen. Hat eigentlich schon jemand Kite-Running erfunden?






Knapp vor der Hälfte erreichen wir den am Bagger nächsten Punkt. Das Gestänge trägt ein blaues Plakat, wahrscheinlich eine Reaktion auf die jüngsten Ereignisse. Leider ist es nicht zu entziffern, näher geht's nicht ran.





Weiter laufen wir entlang einer im Abbruch befindlichen Häusergruppe, die einstmals sehr idyllisch mitten in den Feldern lag, wo demnächst gar nichts mehr liegt.










Dann passieren wir kurz eine Pferdekoppel. Maximal 200 m dürften zwischen der Weide und der Kante liegen. Erstaunlich, dass hier immer noch Menschen leben und der Pferdehof betrieben wird.
Für den Rückweg gibt es 2 Alternativen, gleiche Route oder mit Abstecher durch Manheim, dem Dorf mit den leeren Häusern, eine andere Strecke zurück.
Mein Mann wünscht sich letzteres, und so traben wir vorbei an vielen unbewohnten Häusern. Wir zählen genau einen Fußgänger hier.














Auf dem Rückweg lassen wir uns von hinten anpusten, was sich in deutlich schnelleren km-Zeiten niederschlägt. Oder ist es, was mein Mann anspricht, die Vorfreude auf den daheim wartenden Kuchen? Da er die Beschaffungsmaßnahme selber durchführte, entschied er sich für Herrentorte. Ich lege Wert auf Vitamine und bevorzuge daher Obstschnittchen.
Das haben wir uns dann auch verdient!



8°, 17,7 km, 85 HM, 1:54:08, 6:25 Min/km, HF 129

Donnerstag, 16. November 2017

Nicht ganz still ruht der See

Homeofficemittagspause macht es möglich, das fahle Tageslicht zu nutzen. Wohin soll's gehen? Spontan entscheide ich nachzuschauen, wie es denn an dem künstlichen angelegten Teich (Link) aussieht.
Nachdem im Sommer Graureiher, Bachstelzen und Enten das Areal bevölkerten, erwartete ich eigentlich Ruhe.
Aber schon von Weitem ist Leben auf einem der Inselchen erkennbar.



Eine ganze Schar Kanadagänse tummelt sich, eine Nilgans hat sich auch mit aufs Foto geschlichen (rechts im Wasser). Immer wieder interessant, was sich in der Natur so tut. Schön wäre es einfach, dass das Seeufer bald besser bewachsen wäre als Schutz für die Tiere.




Mein Weg führt mich an einer anderen altbekannten Schar vorbei.
Auch hier hat sich etwas getan. Die "Kontaktzone" zwischen Mensch und Huhn wurde durch Schotter aufgewertet, so dass die Fans nicht am unebenen Wegesrand stehen müssen.




Die übliche Abordnung der Damen lauert auf Zusatzfütterung am Zaun, ohne jede Scheu. Sobald sie Lohnenswertes erspähen, und das kann schon der Griff nach dem Taschentuch in der Hosentasche sein, geben sie Signal und erst dann kommt rasch Verstärkung herbei.




Denn es gibt auch anderen Zeitvertreib. Recht nah bei der Kontaktstelle findet Gruppen-Wellness statt. Die Hühner haben sich einige Löcher im trockenen Boden gescharrt und widmen sich hingebungsvoll dem Bad im Staube. Herrlich anzusehen, welchen Genuss sie dabei haben.





Der Bauer scheint auch Genuss auf seiner Ebene zu haben. Jedenfalls hat er aufgerüstet und nun den 3. Automaten in seinem Verkaufsstand stehen. Das Geschäft läuft.

Bei mir läufts auch wunderbar. Ich gebe mir keine Tempovorgabe, sondern laufe, wie mir ist.
Das führt heute zu 12 flotten Kilometern.
Vorgestern ließ ich mich vom Oldenburger Islandpony, aka Deichläufer inspirieren zu Intervallläufen. Holla, die jeweils schnellen Kilometer darf ich mit 4:55, 4:43 und 4:49 einbuchen 😅. Wenn es auch anstrengend war, Spaß macht es. Die momentane Lauflust müsste man sich einfrieren und bei Bedarf portiönchenweise zuführen können...

9°, 12 km, 1:13:46, 6:07 Min/km, HF 136

Sonntag, 12. November 2017

Das gelaufene Menü







Der morgendliche Blick aus dem Fenster zeigte nichts Gutes: Regen. Das Thermometer meldet dazu 5°. Meine Lauflust sinkt in den Minusgradebereich.
Doch ich muss noch etwas in der Nachbarschaft abliefern, also rein in die Klamotten.
Auf den ersten Metern schwant mir, das wird ein superkurzes Läufchen. Flugs erreiche ich den angepeilten Briefkasten. Naja, wenn ich schon hier und auch gut angefeuchtet von oben bin, kann ich ja wenigstens eine kleine Runde durchs Dorf drehen.
Also laufe ich weiter.
Und merke plötzlich, dass es läuft. Ich erweitere meine Route um Schlenker hierhin und dorthin. Und statt im Dorf zu bleiben, befinde ich mich plötzlich auf dem Waldweg in den Nachbarort.
Und erinnere mich an eine Motivationstrategie für Marathons. Man solle einfach jeden km einem Menschen aus Familie, Freundes- oder sonstigen Kreisen widmen.
Das wandle ich spontan und in Erinnerung der Sünden des Vorabends ab und widme jeden km dem köstlichen 6-Gänge-Menü, das uns Lauffreundin Doris noch im Nachgang zum Jungfraumarathon kredenzte.
Beginnen wir mit dem Gruß aus der Küche (der zählt noch nicht zu den 6 Gängen):

Kürbisgnocchi mit Pfifferling-Amarettini-Sauce
Mh, der Gaumen freut sich auf das, was da noch kommen mag!









Nächster km und erster Gang:
Surf and Turf vom Kalb mit Thunfischcarpaccio.
Zergeht auf der Zunge!








Es folgen:
Nächster km und damit die Süßkartoffel-Chilisuppe mit Krebsschwänzen.
Gern nehme ich ein Löffelchen Nachschlag, lecker!









Ein km und einen Gang weiter:
Seeteufel unter Flusskrebskruste mit gebratenem Fenchel.
Auch wenn die Köchin ein wenig hadert, wir fanden es äußerst delikat.








Noch ein km und ein Zwischengang:
Sorbet mit trinkbarer Essigbegleitung, wunderbar!









Weiter gehts mit:
Hirschsteaks mit Granatapfel-Chili-Sauce und Gorgonzola-Kartoffeln.
Ja, heute lassen wir es uns gutgehen, aber sowas von!








Es naht der nächste km und damit das Dessert:
Kürbismousse an Orangenragout,
Warmes Schokoladensufflée mit flüssigem Kern und
Tonkabohneneis.
Uh, sooooo lecker!




Die weiteren km widme ich noch der Weinbegleitung, dem Weißen aus Heilbronn, dem kräftigen Roten aus Österreich, dem Dessertwein.
Und natürlich gibt es einen Ehrenkilometer für die Köchin!!!
Es hätte noch eine Käseauswahl gegeben, wenn wir denn noch aufnahmefähig gewesen wären, aber das war leider nicht mehr der Fall.
Ist schon schön, wenn man Lauffreunde hat, aber wenn die auch noch Kochen zum Hobby haben und so ein Mahl auf die Beine stellen, ist das schon klasse und wir freuen uns sehr, dass Doris uns wieder einmal mit solch einem Essen der Extraklasse verwöhnen, tausend Dank dafür!

A propos verwöhnen: Natürlich ist auch Gesprächsthema, womit wir denn unsere Füße in 2018 verwöhnen werden. Salzburg-Marathon und Ahrathon sind klar. Für den Herbst warten wir auf das Ergebnis der Berliner Verlosung.
Und ich hoffe, dass Lauffreundin Heidrun nicht nochmals beim Jungfraumarathon starten will. Nichts gegen die wunderbare einzigartige Landschaft dort, aber dreimal hintereinander den Stress der überfüllten Bahnen hinauf und hinab, das reicht momentan. So bin ich auch sehr beruhigt, als sie dies vehement als nicht geplant bezeichnet.
Doch flugs tut sich der nächste Abgrund mit ihrem neuen Plan auf: Statt Höhenmeter will sie Laufkilometer angehen, und zwar deren 100 in der Nacht der Nächte. Als ich die leuchtenden Augen meines Mannes sehe, der schon im Plural von der Laufteilnahme spricht, ist mir klar, im Juni 2018 werde ich wieder eine Nachtschicht im Auto verleben, in Biel.

Das hindert mich aber nicht daran, den heutigen Lauf doch als angenehm und locker zu empfinden 😊

5°, 13,8 km, 1:28:25, 6:23 Min/km, HF 137

Freitag, 10. November 2017

Wind und Wolken

Das (Lauf-)Jahr ist rasant fortgeschritten, schon mussten die Handschuhe zum Einsatz kommen.
Der markante einzelstehende Baum trug auch bei unserer letzten Begegnung noch sein volles Blattwerk.
So langsam spüre ich die Auswirkungen meines low frequency runnings (liest sich doch besser als Lauffaulheit...) der letzten Wochen, jedenfalls fühlen sich die Beine doch etwas angerostet an. Nur rund 150 km kamen im Oktober zusammen. Und nun pustet auch noch ein kräftiger Wind um meine Ohren um mir das Laufleben zusätzlich schwer zu machen
Eigentlich wollte ich kreuz und quer durch den Ort, im Windschatten der Häuser. Doch dann sehe ich am Himmel eine tolle Wolkenformation, die ich doch gern einfangen möchte, also muss ich hinaus aufs Feld und dem Wind entgegen laufen.


So ganz rüber kommt das himmlische Schauspiel leider fotografisch doch nicht.
Aber immerhin, auf dieser Seite werden die Wolken weggepustet ...






... und auf der anderen Seite schiebt es sich dunkel am Horizont entlang.

Na und wenn ich dann ohnehin schon einmal hier voll im Wind renne, kann ich auch gleich weiter.
Es läuft sich dann doch leichter als gedacht.

Und ein nettes Sonnenuntergangsmotiv kann ich doch noch einfangen.
Zudem bin ich doch nachhaltig zufrieden mit meinem neuen Pulsmesser (Link). Er zeichnet zuverlässig und ohne manchmal sinnloses Zickzack wie der bisherige Brustgurt auf. So mag man das.
Nur die erste leuchtende Vorgartenweihnachtsbeleuchtung, die musste nicht unbedingt sein, das hätte noch etwas Zeit.



10°, 8 km, 51:38 Min, 6:21 Min/km, HF 130