Sonntag, 4. Dezember 2016

Morgenlauf im Stadtwald

Unser Türchen des Tages...
Ökologisch nicht ganz korrekt starten wir einmal nicht von der heimischen Haustür, sondern begeben uns per Auto in den Kölner Stadtwald.





Der wird um 10 Uhr am Morgen bei -2° von der aufgehenden Sonne zaghaft beleuchtet.











Der Raureif hat hier und da schöne Verzierungen hinterlassen.











Auf dem Adenauer Weiher sind stellenweise erste Eisschichten zu erkennen.










Da wir leider beim nächsten Tortura-Frühlingsultra nicht teilnehmen können (Wir sind in Urlaub), laufen wir mit Organisator Nile und drei weiteren Ultra-Liebhabern (bzw. solchen, die es werden könnten) die Strecke ab.
Wie man Nile so kennt, flache befestigte Wege sucht er nicht gerade...






... sondern jagt uns auf alle möglichen Anhöhen,
am liebsten zwischen Buschwerk hindurch,
durch Laubhaufen und über Geäst,
über Reitwege mit ihrem sandigen schwergängigem Terrain
und natürlich mit einem Abstecher auf den Todesberg.






Nach einer Runde (ca. 5 km, 100 Höhenmeter) klinke ich mich aus und trabe auf befestigten gut gängigen Wegen meine 2 Stunden voll.
Ich möchte intensiver versuchen, was mir Dr. Marquardt am Donnerstag mit auf den Weg gab: Näher am Körperschwerpunkt den Fuß aufsetzen und das mit einer höheren Schrittfrequenz.
Das mit dem Fußaufsatz hatte ich schon gestern probiert. Mit etwas Konzentration klappt das ganz gut, führt zu Mittelfußaufsatz und dem Gefühl, dass es etwas kraftsparender ist.
Die Sache mit der Trittfrequenz schaffe ich noch nicht. Ich liege bei ca. 90 Schritten, müsste aber nach seiner Methode auf ca. 170 kommen. Davon bin ich meilenweit entfernt. Mal sehen, ob das machbar sein wird...

Je länger der Lauf dauert, umso mehr freue ich mich auf daheim, das WARME Haus, Kaffee und den ersten selbstgebackenen Stollen. Lecker ist er geworden!


-2°, 17,7 km, 2:04:36, (7:01 Min/km), HF 135

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Nach Berlin über Langenhagen

Unser Advents-Türchen des Tages 😃
Die anderen Geschenke kommen ja erst Weihnachten, aber mein Mann darf heute und hier hinter dieser Tür sein Geburtstagsgeschenk einlösen.
Mit Laufschuhen im Gepäck reisen wir nach Langenhagen bei Hannover, zur Bewegungsanalyse für Läufer. Und da ich eh' mitfahre, gönne ich mir selbige auch selber.

Sehr aufschlussreich eine solche Untersuchung. Man sieht sich zwar selber gelegentlich laufend in diesem oder jenem Schaufenster und ziert diverse Fotos oder Videos, beobachtet hier, deutelt ein wenig da herum. Doch der Blick des Fachmanns ist natürlich deutlich schärfer und erfahrener.

Nach wirklich ausführlichem Vorgespräch und Untersuchung werden am Körper (ja, man läuft ziemlich spärlich bekleidet in Badekleidung) diverse Punkte zur späteren Videoanalyse markiert. Dann geht es auf ein mit Kameras ausgerüstetes Laufband und es heißt, möglichst auf einer bestimmten Stelle des Bandes zu laufen, weder zu weit vorn, noch zu weit hinten.

Schlussendlich kommt das Abschlussgespräch. Keine größeren Problemstellen, die Knochen scheinen für noch viele Jahre Laufspaß gut geeignet. Ein paar kleinere Mankos zeigen sich, nichts Großes. Und nun ja, beide sind wir ein wenig nachlässig mit Stabi-, Kraft- und Koordinationsübungen. Wir nehmen es uns ja immer wieder vor, der Geist ist willig....  man kennt das. Wir bekommen nun die genau für uns richtigen und wichtigen Übungen aufgezeigt. Und einen guten Anschub, das nun in die Tat umzusetzen.

Warum Langenhagen? Weil dort Dr. Matthias Marquardt nicht nur seine Sportbücher schreibt, sondern auch selber mit Rat und Tat in seiner Praxis zur Verfügung steht. Der Arzt zum Buch quasi (Link und Link).

Beide sind wir sehr angetan vom Besuch. Dr. Marquardt nahm sich viel Zeit für Fragen und Erläuterungen. Der weite Weg hat sich gelohnt!

Und noch ein Grund ergab sich am Vortag, der dem Besuch eine besondere Perspektive gibt:
Post aus Berlin!
Läuferpost!
Läuferglückspost!
Wir haben Startplätze beim Marathon 2017 bekommen!😄
Und nachdem wir nun nach unserer Reise nach Langenhagen wissen, wie wir unser Training noch besser gestalten können, sollte einem tollen Erlebnis dort nichts im Wege stehen!


Montag, 28. November 2016

Advent, Advent - Läuferin rennt

Der erste Schnee des Winters! Nun ja, es ist nur der Rest eines im Schatten bei einer Eisbahn zusammengefegten Häufleins.
Aber immerhin. Vielleicht nimmt der Winter ja schonmal Schwung...?








Ansonsten darf ich bei meinem Erster-Advent-Lauf zwischen Emmental und Berner Oberland prächtigen blauen Himmel genießen.






Was die Wahl der Laufkleidung wieder verschwierigt. In der durchaus kräftigen Sonne werden aus den 7° gefühlt mehr. Komme ich in einen Schattenbereich und gar noch mit ein wenig Wind, wird es sofort merklich kühler.
Im Durchschnitt stimmts aber.


Mein wöchentlicher langer Lauf steht an. Und ich nutze die Gelegenheit, einen neuen Laufweg anzutesten. Heute nur ein Stück, gemäß Landkarte dürfte das eine nette Erweiterung des üblichen Laufreviers werden.














Es bleibt festzustellen: Alles ist vorbereitet für den hoffentlich kommenden Winter. Die Beschilderung der Loipe ist komplett. Ich würde mich ja sehr freuen, diese bald nutzen zu können.











Adventsdeko sehe ich an vielen der schönen alten Bauernhöfe.















Diese beiden munteren Jungs dürfen das ganze Jahr am Balkon turnen.































Herrlich, hier abseits des Trubels seine Bahn ziehen zu können.

Das totale Kontrastprogramm zur Dienstreise 2 Tage zuvor.










München stand auf der Agenda.
Aus Sentimentalitätsgründen wähle ich das selbe Hotel wie zum München-Marathon 2015.

Da ich keine Laufausrüstung dabei habe, gönne ich mir am Morgen, statt per Tram oder im Untergrund zu fahren, zu Fuß quer durch die City zum Tagungsort zu spazieren.


Es hat etwas, der Stadt in der Frühe beim Erwachen zuzusehen.
Was mag wohl eine "Silent" Disco sein? Keine Ahnung. Weiß das vielleicht jemand?









Der Skianzug kommt mangels Preisgestaltung der Marke nicht in Betracht. Aber das putzige Hintergrunddekor gefällt mir!















Der Hofgarten ist noch ziemlich menschenleer ...















... so dass ich in Ruhe einige der ganz verschiedenen Bank-Plaketten anschauen kann.













Humor haben sie, die Adeltraud und der Günter.











Bald bin ich im englischen Garten, wo der (künstliche) Wildbach rauscht,














... die Anlage Weite ausstrahlt ...













und der Monopteros auf seinem Hügel thront.












Am chinesischen Turm eilt ein Frühsportler mit seinem Surf-Board wahrscheinlich zur Eisbachwelle ...














... während die schön bemalten Biertische und -bänke auf die Besucher des dortigen kleinen Weihnachtsmarktes warten.
Auf meinem Rückweg von der Tagung (ebenfalls zu Fuß) kurzer Abstecher zum Viktualienmarkt, ...














... wo mir erstmals das kleine Karl-Valentin-Denkmal auffällt.

So habe ich doch immerhin 2x 60 Minuten zügiges Walking als Ausgleichssport in mein Programm integrieren können.

Und am Abend zuvor klappte es auch mit einem netten Kaffeeplausch mit der Lizzy. 😁










München - immer wieder schön.
Am Abend bringt mich ein kleines Propeller-Flugzeug einer schweizer Linie ins Wochenende.
Zwar wird man darin nicht mit landestypischer Musik empfangen, wie ich es bei Tyrolean einmal erleben konnte, als beim Boarding Walzerklänge ertönten (Ich würde für schweizer Alphorn plädieren). Dafür gibt es als Snack statt der üblichen labberigen globalisierten Sandwiches mit lauem Kaffee hier an Bord Appenzeller Biberli, Berner Röstkaffee, schweizer Limonade und beim Aussteigen Emmentaler Kekse. Hach, da ist man noch vor dem Abheben angekommen.


Mittwoch, 23. November 2016

Was das Auge so sieht


Der Blick aus meinem Büro.
Da hinten, genau westwärts, wohne ich. Ein alltäglicher Anblick, doch gestern war etwas anders.
In meinen Augen jedenfalls.
Auf der morgendlichen Fahrt ins Büro las ich etwas über den Genfer See, der ja in den Alpen und mit malerischem Blick auf dieselben silbern-bläulich vor sich hinglitzert.
Kaum bin ich im Büro sehe ich da hinten am Horizont...
Glitzert ganz da hinten nicht etwas silbern?
Sieht man nicht gleich dahinter noch den Fuß der Berge, die sich dann aber im Morgendunst verlieren?

Nochmal genauer hingeschaut.
Na klar, eindeutig, links und rechts vom Kölner Fernsehturm, da ist ein See!
Nein, ich habe nicht getrunken. Aber rein optisch könnte es so sein...
Ich finde es witzig, wie man sich selber etwas vorgaukeltn kann und die Augen sehen, was man gern sehen würde...

Wie beim Laufen manchmal. Als ich heute aus dem Homeoffice zu einer Laufrunde starte. Eigentlich sieht es nicht nach Regen aus. Es ist hellgrau über mir und da hinten schon pastellig hellblau. Sicherheitshalber ziehe ich dennoch meine Regenjacke und -mütze an. Nicht vergebens, wie sich bald zeigt. Denn das bisschen Hellgrau über mir berieselt mich hartnäckig mit Tropfen. Und dabei bin ich doch -gefühlt- quasi schon am Hellblau angekommen. Aber da wollten die Augen wohl auch etwas anderes wahrnehmen.
Aber bei gut 9 Grad ist das egal. Ich laufe wie derzeit meist ohne Blick auf die Uhr. Und wenn, dann nur um zu vergleichen, ob sich gemessenes und gefühltes Tempo decken. Tun sie nicht. Ich bin schneller, als ich meine. Und es fühlt sich gut an dabei. Hätte ich mir vorher eine Pace von um die 6 Minuten vorgenommen, wäre es sicher anstrengend geworden. Stellt sich aber solch ein Tempo von selber ein, ist es ok. Danach fühle ich mich gleich erfrischter und kann die Tasche für eine weitere nette Dienstreise packen. Ohne Laufsachen, aber nicht ohne Bezug zum Laufen.

Daheim gibt es gleich ein zweites Mal nach der gestrigen Premiere wohlschmeckende Kohlenhydratzufuhr. Ich esse ja gern Pommes Frittes, aber an Buden sind sie oft zu fettig, zu blass oder zu labbrig. Auf dem Backblech oft zu trocken. Nachdem ich schon öfter über das gute Resultat von Heißluftfritteusen las, habe ich mir eine gegönnt. Und ich muss sagen, SO müssen Pommes sein, außen knusprig und innen fluffig.
Perfekte Läufernahrung, man weiß, welche Kartoffeln gegart wurden und es reicht ein Esslöffel Öl für 2 Personen.


9°, 11 km, 1:08:28, (6:11 Min/km)

Samstag, 19. November 2016

Zwischenwelt

Ich brauche einmal mehr Anlauf, zum vorsatzgemäßen langen Lauf heute, nachdem gestern eine kurze Tempoeinheit dran war. Weil es draußen so unwirtlich aussieht. Aber ein Blick aufs Niederschlagsradar im Netz zeigt, es droht keinerlei feuchtes Ungemach von oben, also entfällt diese Ausrede.
Ehe mir eine neue einfällt, kleide ich mich temeraturadäquat ein und renne los.
Man kennt sich, einmal unterwegs ist dann kein Raum mehr für weitere Verweigerungsanfälle. Wenigstens gestalte ich mir den Lauf aber so, dass ich erst den Wind von vorn habe, später dann seitlich und hinterrücks.

Fast hätte ich ja erneutes Deichlaufen praktizieren können, auf einer Dienstreise erneut zum Ufer des Rheins. Doch außer Bahn (eine Stunde Verspätung), Hotel, Sitzungsort und Geschäftsessen war keine Zeit für gar nichts. Ein wenig Deichfeeling kommt heute dann doch auf, auch wenn es ein Damm ist. Genauer: Ein Ex-Bahndamm.
Auf diesem fuhr vor vielen Jahren einmal eine Kreisbimmelbahn. Heute nicht mehr zu erkennen, es verläuft ein Rad-/Gehweg darauf.



Mein Weg führt mich zum Umsiedlungsort Neu-Manheim. Also der Ersatzort für das umzusiedelnde Dorf. Bei der englischen Telefonzelle muss ich schmunzeln, weil ich mir denken kann, welches Haus dem Besitzer früher gehörte (Beim Srcollen hier ist ein Foto des früheren Anwesens zu entdecken).





Während ich so durch die Straßen und an vielen Häusern vorbeilaufe, habe ich das Gefühl, es ist gerade Zwischenwelt. Die einen haben noch die Kürbisobjekte draußen, die anderen schon erste zaghafte Adventsdeko.
Eine Straße weiter von daheim ist ein Haus schon in vollem Weihnachtsornat: Vorgarten und Dachrinne illuminiert.
Dann werde ich morgen auch mal beginnen, meine Jahresendbesitztümer aus dem Keller zu holen.

Eigentlich kann man sich die nächsten Wochen ja schönlaufen: Überall gibt es im Dunkel jahreszeitgemäße Beleuchtungen zu entdecken (ok, es gibt nicht nur schöne Beleuchtungen, das liegt ganz im Auge des Betrachters) und es lassen sich auch Blicke in mehr oder weniger stimmungsvoll adventlich verschönerte Zimmer werfen.
Wenn es dann nur nicht so kalt wäre draußen!
Nun gut, wären es 10 Grad und mehr, wäre dann gleich wieder die sonst ja durchaus erwünschte vorweihnachtliche Stimmung futsch.
Also, ertrage ich etwaig bevorstehende Kälte, um die Anblicke zu genießen.
Danach kann es wegen mir dann gleich wieder wärmer werden.
Aber mich fragt ja keiner.

Ich bin eine Viertelstunde zu früh wieder in  meinem Viertel zurück. Aber da ich ja Pläne gnadenlos (genau, das war die heutige Prise Selbstironie) durchziehe, trabe ich noch die Restzeit kreuz und quer durch die angrenzenden Straßen, bis das angestrebte Zeitlimit erreicht ist.😊

8°, 18,6 km, 2:00:43, (6:29 Min/km)